Bedrohte Journalisten auf den Philippinen

Die Situation für Journalisten auf den Philippinen ist gefährlich, immer wieder kommt es zu Bedrohungen, Entführungen sowie Morden (siehe IPON Artikel: „Political Journalists – A Threatened Species“, by Rudolph ( http://bit.ly/U1idMK). Grund dafür sind in den meisten Fällen Berichterstattungen über politische Machenschaften, die Korruption und Misswirtschaft in der lokalen Politik aufdecken.

Foto: images.gmanews.tv

Erst am 29. November 2013 wurde Joas Dignos, ein Radiokommentator aus Maramag, Bukidnon, Mindanao von zwei Unbekannten auf einem vorbeifahrenden Motorrad  erschossen. Schon vor der Tat erhielt Dignos Morddrohungen. Unbekannte warfen sogar eine Handgranate auf die Radiostation, während Dignos Radiosendung ausgestrahlt wurde. Die Täter wurden bisher nicht gefasst.

In einem aktuellen Fall von Bedrohung hatte IPON die Möglichkeit den Rundfunksprecher Arthur „Jun“ Sapanghari aus Valencia, Bukidnon, Mindanao zu interviewen. Sapanghari berichtete in seinen Sendungen über Korruption in der Region, illegalen Holzschlag (illegal logging), sowie über Menschenhandel in seiner Gemeinde. Er erhielt seit Dezember 2013 regelmäßig Morddrohungen per SMS, die auch seine Familie betrafen und es kam zu diversen weiteren Zwischenfällen.

Am 18. Dezember 2013 sah Sapanghari drei maskierte Männer von einem Motorrad steigen und auf sein Haus zu kommen. Nachdem er die Türen verriegelt und das Licht gelöscht hatte und seine Familie zu sichern versuchte, hörte er Schritte unmittelbar vor der Tür. Er alarmierte die Polizei, jedoch waren die Männer bei Ankunft der Polizisten bereits verschwunden.

Am 17. Januar 2014 klopfte ein maskierter Motorradfahrer an seine Haustür und fragte Sapangharis Frau, wo er zu finden sei. Als sie sagte, er sei nicht anwesend, entfernte sich der Mann wieder. Der Beschreibung nach konnte Sapanghari ihn als einen der Täter von diversen Morden in Valencia City und Maramag wieder erkennen. Zu diesem Zeitpunkt war Sapanghari in der Polizeistation in Maramag, um bezüglich eines Mordfalles in Musuan nachzuhaken. Im Anschluss nahm er den Bus nach Musuan, wo sein Motorrad parkte. Als er aus dem Bus aussteigen wollte, merkte er, dass in unmittelbarer Nähe seines Motorrades 6 Personen auf 3 Motorrädern warteten. Daraufhin blieb er im Bus, fuhr direkt nach Valencia und fragte einen Freund, ob er sein Motorrad abholen könnte. Als dieser Sapangharis Motorrad nach Valencia fuhr, wurde er von einem verdächtigen Pickup Truck verfolgt, bis er Valencia erreichte.

Am 21. Januar erhielt ein weiterer Freund Sapangharis, Randie Makipotin, Morddrohungen, weil er Sapanghari half indem er ihm sein Fahrzeug zur Verfügung stellte.

Nach diesen und weiteren Zwischenfällen kontaktierte Sapanghari die Polizei und forderte Personenschutz an, mit der Begründung, dass das Leben seiner Familie, sowie sein eigenes in Gefahr seien. Daraufhin wurden ihm zwei Personenschützer zur Seite gestellt, die jedoch nach einer Woche wieder abgezogen wurden. Sapanghari musste seine Arbeit als Berichterstatter aufgrund der Bedrohungen aufgeben und hat zurzeit keine Möglichkeit, seine Lebensgrundlage zu sichern.

Die Sicherheitssituation Sapangharis ist weiterhin äußerst ungenügend. Nachdem er im Jahre 2004 einen Mordanschlag überlebte, weil er einen Korruptionsfall aufdeckte und im Jahre 2010 von mehreren Personen zusammengeschlagen wurde, höchstwahrscheinlich wegen einem seiner Berichte, sind er und auch seine Familie weiterhin in Gefahr. Auf die Frage, warum er nicht auf das Angebot eingehe, in ein sogenanntes „Safe House“ gebracht zu werden, damit er geschützt sei, erwiderte Sapanghari, er könne seine Familie nicht allein lassen.

Erst kürzlich hat das Committee to Protect Journalists (CPJ – eine NGO, die sich weltweit für Pressefreiheit und die Menschenrechte für Journalisten einsetzt) einen Bericht veröffentlicht, der die Philippinen an dritter Stelle der gefährlichsten/tödlichsten Länder für Journalisten listet, nach Irak und Somalia. Das ist ein trauriger Aufstieg, da die Philippinen in 2012 noch an siebenter Stelle gelistet waren. Im Jahre 2013 wurden insgesamt 14 Journalisten in den Philippinen getötet.

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