Citra Mina

Am 25. Februar konnten die 43 philippinischen Fischer, die in Indonesien wegen illegalem Fischfang für sechs Monate inhaftiert waren, endlich wieder in ihre Heimatstadt General Santos auf Mindanao zurückkehren.

Ihr Fischerboot,  die Love Merben II, war ohne Fischfangerlaubnis und die Fischer ohne Ausweispapiere über die indonesische Seegrenze gefahren und wurde von der indonesischen Küstenwache gefasst. Die 43 Fischer wurden auf Ternate Island inhaftiert. Ihre Freilassung wurde durch die Bemühungen von SENTRO, der globalen Gewerkschaft IUF und dem Department for Foreign Affairs (DFA) erwirkt.

Herbert Demos, SENTRO Mitarbeiter und Mitglied des Rescue Teams berichtet über die Verhältnisse unter denen die philippinischen Fischer in Indonesien festgehalten wurden: “I am poor, and was raised in poverty, but I cannot eat what our compatriots were eating in Ternate. The rice they ate had more rice weevils (lice) than rice grains, but they had no choice. I learned that sometimes they quarreled over food because of extreme hunger. What is painful, too, is that they were never visited by our consulate personnel in Manado, “

Laut Angaben von SENTRO übernahm das Unternehmen jedoch keine Verantwortung für die inhaftierte Crew der Love Merben II.

Atty. Emil Pana, rechtlicher Berater der Gewerkschaft, berichtete in einem Verfahren gegen Citra Mina, wie das Unternehmen systematisch das Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis verschleiert. Am Beispiel der Love Merben II machte der Anwalt deutlich, wie das Unternehmen Dummies als Schiffsbesitzer einsetzt. Somit ist nur der Dummie offizieller Angestellter der Citra Mina. Dabei ist es eigentlich offensichtlich, dass diese Dummies gar nicht über die Mittel verfügen können, ein multi-millionen Peso Unternehmen zu führen.

Fred Lumba, Sprecher des Unternehmens gab hingegen im Interview mit Mindanews an, dass die Firma die Fischer unterstützt habe obwohl sie keine Mitarbeiter von Citra Mina gewesen sein, sondern Angestellte des Bootsbesitzers. “(The company) gave them financial assistance for their fuel and food. They will just settle it upon their return with their harvest,” so Lumba im Gespräch mit dem Fernsehsender TV Patrol. Obwohl die Fischer nicht bei Citra Mina angestellt waren, habe sich das Unternehmen für ihre Rückkehr eingesetzt.

Citra Mina ist das zweit größte Fischfangunternehmen der Philippinen und gehört der Lu Familie an. Die Firma steht nicht nur in diesem Fall in der Kritik: Citra Mina ist für die Missachtung von Arbeiterrechten berüchtigt. So entließ die Firma im August 2013 illegaler weise 237 Mitarbeiter, um die Gewerkschaft zu zerbrechen. SENTRO beschuldigt Citra Mina Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Dazu gehört laut SENTRO zum Beispiel das Verschwinden lassen von Arbeitern, die sich über Missstände bei Citra Mina beschwert haben.

Derzeit muss sich Citra Mina den Ermittlungen des Congress stellen und bekommt dabei nicht nur von öffentlichen Stellen sondern auch von anderen Tunfisch Firmen Druck. Diese befürchten nämlich mit in den Sog zu geraten. Josua Mata, Generalsekretär von SENTRO warnt nun, dass das erst kürzlich in Kraft getretene EU GSP Plus gefährdet werden könnte, wenn im Rahmen des Verfahrens Verletzungen von Arbeiterrechten bekannt werden würden. Das EU GSP Plus ermöglicht unter anderem den Tunfisch Firmen aus General Santos den zollfreien Verkauf von Fischprodukten in den Mitgliedsstaaten der EU.

Durch das Verfahren können nun die Machenschaften der Tunfischkonzerne ans Licht kommen, die bisher straflos blieben. Hierzu gehören Nur-Arbeitskraft-Verträge, Sperrlisten, Mangel an sozialer Absicherung für die Fischer sowie das unterdrückende Sacada System.

Ziel der Gewerkschaften ist es nicht, die Firma zum Beispiel durch Boykottaufrufe zu zerstören. Vielmehr soll gemeinsam mit der Firma an verbesserten Arbeitsbedingungen gearbeitet werden. Am Beispiel der Citra Mina soll ein Beispiel für andere Tunfisch unternehmen statuiert werden.

IPON hat erfahren, dass Aktivisten seit ihrem Engagement in diesem Fall Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt sind.

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