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Menschenrechtbeobachter*In 2018 werden!!

Seit November 2006 sind Friedensaktivist*innen von IPON  in verschiedenen Menschenrechtsprojekten in den Philippinen aktiv.

kiraDurch Präsenz, Begleitung, Beobachtung, Informieren und Handeln wollen wir die Verletzungen der Menschenrechte unterbinden. Zum Einstiegsseminar anmelden.

 

Wann, Wo und Was?
Wir suchen Freiwillige, die ab September 2018 für sechs oder zwölf Monate als Menschenrechtsbeobachter*innen im Ausland aktiv werden wollen.

Das nächste Einstiegsseminar findet Anfang Januar 2018 (12.-14.01.18) in Hamburg statt.

In drei weiteren Seminaren werden die Freiwilligen auf ihren Einsatz vorbereitet. Bewerber*innen sollten mindestens 21 Jahre alt sein und sich durch gesellschaftspolitisches Engagement auszeichnen.

Interesse? Weiterführende Infos gibt’s auf unserer Website.

In einem Fernsehbeitrag des RBB (Oktober 2016) wird ein Teil unseres Projekts „Kriminalisierung philippinischer Menschenrechtsverteidiger*innen entgegenwirken“ erlebnisreich dokumentiert. Unserer Einladung folgte der Bundestagsabgeordnete & Mitglied des Menschenrechtsausschuss Martin Patzelt (CDU) und besuchte die von uns begleiteten Menschenrechtsverteidiger_innen: „Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass sich Demokratie nicht exportieren lässt, aber dass unsere Hilfe daran bestehen kann, dass wir den Menschen vor Ort Unterstützung geben, die für Veränderung in ihrem Land kämpfen.“ Schaut selber: Menschenrechtstour – Mit Brandenburger Politiker auf den Philippinen, RBB (Oktober 2016 von Carola Grau)

Einen spannenden O-Ton einer ehemaligen Menschenrechtsbeobachterin über Menschenrechtsbeobachtung gibt es im SWR-Radio Menschenrechtsbeobachtung auf den Philippinen, SWR2 (November 2015 von Muriel Gahl)

Sende bitte Deine Anmeldung mit dem Anmeldebogen an folgende Adresse: aktiv[ettt] ipon-philippines.org.

Wir freuen uns auf Dich!

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The case of Bobby Lingating

“Bobby” Rio Olimpio A. Lingating is the tribal leader and duly elected Indigenous Peoples Mandatory Representative (IPMR) of the Subanen Tribe, an Indigenous Peoples (IPs) group situated in the surroundings of Zamboanga Peninsula, Mindanao. The Subanon were put in charge of their territory shortly after the implementation of the Indigenous Peoples Right Act (IPRA) in 1997. Said “IPRA Act” serves as a base for the distribution of ancestral domain to IPs and obliges the state to “protect the rights of ICCs/IPs to their ancestral domains to ensure their economic, social and cultural well being“. However, even years after acquiring their Certificate of Ancestral Domain Title (CADT) the Subanen Tribe and its leader are still facing harassments.

(more…)

PRESSEMITTEILUNG: Philippinischem Menschenrechtsaktivisten Cocoy Tulawie droht wegen konstruierter Anklage erneut das Gefängnis

Berlin. Am 10. Mai 2017 wurde ein Haftbefehl gegen den philippinischen Friedens- und Menschenrechtsaktivisten Temogen “Cocoy” Tulawie ausgestellt.

Tulawie wird beschuldigt, Drahtzieher hinter der Entführung des deutschen Journalisten Andreas Lorenz durch die terroristische Gruppe Abu Sayyaf zu sein. Im Jahr 2000 wurde Lorenz im Rahmen seiner Berichterstattung für das Nachrichtenmagazin Spiegel über die Entführung der deutschen Wallert-Familie auf der malaysischen Urlaubsinsel Sipadan selbst durch die Abu Sayyaf entführt. Tulawie spielte in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle bei den Freilassungsverhandlungen sowie bei der Versorgung der Geiseln mit Verpflegung und Medikamenten.

Die Anklage wurde von der philippinischen Staatsanwältin Annie Marie Pierreangeli P. Ledesma eingereicht, nachdem Tulawie eine formale Beschwerde gegen sie wegen schwerwiegendem Amtsmissbrauch bei der philippinischen Regierung vorgebracht hatte.

Der ehemalige Auslandschef des Spiegels, Olaf Ihlau, der die Entführung Lorenz‘ journalistisch begleitet hatte, bezeugt, dass „die Anschuldigung, dass Cocoy Lorenz entführt habe, absurd ist“. Und der amerikanische Fotojournalist David G. McIntyre schreibt in seiner Zeugenaussage, dass „Cocoy da war, um uns [die Journalisten, Anm. IPON] zu helfen, die Informationen zu verifizieren, den Kontakt zu den Geiseln herzustellen und uns dabei zu unterstützen, Güter und Nachrichten zu den Geiseln zu bringen“.

Noch im Oktober letzten Jahres begleitete Tulawie die Reise des Bundestagsabgeordneten und Mitglied des Menschenrechtsausschusses Martin Patzelt (CDU) in die Philippinen. In diesem Rahmen traf Patzelt u.a. auch Senatorin und Regierungskritikerin Leila de Lima, die seit Februar aufgrund von politisch motivierten Anklagen in Untersuchungshaft sitzt.

„Es ist zu einfach, die philippinische Justiz zu missbrauchen, um politische Opposition mundtot zu machen. Menschen wie Tulawie sollten für ihre Arbeit ausgezeichnet werden; stattdessen werden sie hinter Gittern gebracht!“, sagt Dominik Hammann, Landeskoordinator der deutschen Menschenrechtsorganisation International Peace Observers Network (IPON).

IPON ist äußerst besorgt über die erneute, konstruierte Anklage gegen Tulawie und appelliert an die philippinische Regierung, diese mit sofortiger Wirkung fallen zu lassen!

Temogen „Cocoy“ Tulawie ist ein philippinischer Menschenrechtsaktivist aus der südlichen Provinz Sulu, Leiter des regionalen Büros des Consorti17264105_10203079430822706_3945175848846408376_num of Bangsamoro Civil Society (CBCS) und Gründer der lokalen Menschenrechtsorganisation Bawgbug. Wegen seines Einsatzes für Menschenrechte wurde Tulawie schon zuvor des Terrorismus bezichtigt und verbrachte zwischen 2012 und 2015 mehr als drei Jahre unschuldig im Gefängnis.
Spätere Eingeständnisse von Abu Sayyaf-Kämpfern, von staatlichen Akteuren zur Falschaussage gegen Tulawie gezwungen worden zu sein, offenbaren das Ziel der Anklagen, Tulawies politisches Engagement zu einem Ende zu bringen.

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Duterte auf die Finger hauen: Bundestagsabgeordneter besucht die Philippinen

 

Extrajudicial Killings. War against Drugs. Über 3000 Tote in den ersten drei Monaten Amtszeit, mehr als in der gesamten Zeit des diktatorischen martial laws der 80er Jahre. In der Gesellschaft wird das ganze Spektakel als voller Erfolg gefeiert.  „Endlich widmet sich jemand dem Kampf gegen Drogen und Korruption“. Trotzdem wollen Duterte Unterstützer  nicht, dass ihre Kinder nach Einbruch der Dunkelheit ausgehen – viel zu gefährlich! „Wenn du in einen Streit mit der Polizei kommst, können sie dich einfach erschießen“. Diesen Satz bekommen Freunde täglich zu hören, wenn sie sich abends mit uns treffen möchten. Mit „uns“ meine ich meine Team-

KollegInnen und mich. Für die deutsche Menschenrechtsbeobachter-Gruppe IPON arbeiten und leben wir derzeit auf den Philippinen, und erleben diesen lebendigen politischen Umschwung hautnah mit.

Seit den Präsidentschaftswahlen im Mai 2016 hat sich so einiges auf den Philippinen verändert. Rodrigo Duterte wurde mit überwältigender Mehrheit zum Staatsoberhaupt der Inselgruppe gewählt. Im Zuge dessen hat sich insbesonders die menschenrechtliche Situation massiv verschlechtert. Menschenrechte stellen ein Hindernis für den Fortschritt dar, daher werden sie ignoriert. Dies ist die offizielle Rechtfertigung für den aktuellen politischen Kurs.

In dieser angespannten Situation ist die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen wichtiger denn Je. Umso erfreulicher ist daher, dass sich deutsche Politiker für die Situation von philippinischen Menschenrechtsaktivisten einsetzen: Martin Patzelt, Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Unterausschuss für Menschenrechte mit besonderem Fokus auf Südostasien, hat im Oktober 2016 an der Delegationsreise von der deutschen Menschenrechtsbeobachter-Gruppe IPON in Manila teilgenommen, um sich ein eigenes Bild von der Menschenrechtslage in den Philippinen machen zu können/bilden zu können. Die Delegationsreise steht ganz im Motto der Menschenrechte und vor allem der Kriminalisierung von Menschenrechts Verteidigerinnen, denn: Unliebsame Verteidiger werden schon seit langen als linke Rebellen deklariert und durch konstruierte Klagen inhaftiert und mundtot gemacht. Im heutigen Kontext ist diese Art von Kriminalisierung einfacher denn je: lediglich die Unterstellung eine sogenannte „drug related person“ zu sein genügt, um ohne Gerichtsverfahren oder offiziellen Befehl erschossen zu werden. Nur ein Zweizeiler in der Tageszeitung informiert über die Vorgänge und illustriert den Erfolg des politischen Kurses.

Während seiner Besuchsreise konnte Patzelt diversen Gesprächen mit staatlichen Stellen wie der Menschenrechtskommission beiwohnen, und die politische Lage mit staatlichen sowie nichtstaatlichen Akteuren debattieren. Das Besondere: Der Bundestagsabgeordnete wurde von  insgesamt drei Menschenrechts Aktivisten begleitet, die alle drei bereits seit Jahren kriminalisiert werden. Dies hinterließ Eindruck und Patzelt konnte durch das Nachhaken  bei offiziellen Stellen auch ein kleinen Erfolg für eine Menschenrechts Verteidigerin erzielen: Ihr Fall wird bei dem nächsten Menschenrechts Training der Polizei in ihrem ehemaligen Wohnort als Negativbeispiel verwendet werden. Auch andere Netzwerke sind auf die Präsenz Patzelts aufmerksam geworden: So berichtete eine philippinische Zeitung nach einem offiziellen Treffen im philippinischen Parlament über diese Begegnung. Der Zwiespalt löst sich jedoch nicht auf: Je mehr Aufmerksamkeit auf die Menschenrechts Situation

gelenkt wird, desto besser. Aber da Menschenrechte laut Duterte gegen den Fortschritt sprechen, rechtfertigt dies folglich die Aufkündigung diverser Partnerschaften und damit Handlungsmöglichkeiten menschenrechtsfördernder Organisationen wie zum Beispiel den Vereinten Nationen.

Dutertes Amtszeit hat gerade erst begonnen. Nach einigen Monaten hat sich jedoch die Lage drastisch zugespitzt. Trotz des positiven Zeichens Patzelts bleibt abzuwarten, ob sich die Bundesregierung zu den Vorgängen auf den Philippinen äußern wird. Wie sich die Vorkommnisse weiterentwickeln bleibt zu Beobachten. Fakt ist: Wegschauen ist keine Lösung!

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REPORT: On Dangerous Ground from GLOBAL WITNESS

“The environment is emerging as a new battleground for human
rights. As demand for products like timber, minerals and palm oil
continues, governments, companies and criminal gangs are exploiting
land with little regard for the people who live on it.“

Below you find the link to the report:

https://www.globalwitness.org/en/reports/dangerous-ground/

Update Negros 2016

Here a short update about our current work:

TFM: Right now we plan to work on a new case with TFM: Hacienda Dos Hermanos in Manapla. We visited the Area last November- together with Terry from TFM. Half of the hacienda already got redistributed and some of the farmers are Cloa holder but the owner of the hacienda shut off the only road to the plantation and requires that all motorized carts to pay a fee of 1500 PHP -this also applies to tricycles and Emergency Vehicles.We need to figure out now, if the road is private property or public area –which would make the blockade illegal.The DAR had agreed to make this survey in early December – until now nothing happened.On January 30th we will go to the Board Meeting of TFMand ask for updates on the current situation.

BANFFO: On January 14th we visited La Carlota to attend the hearing. It did not take place- when we inquired the reason, we were told by the lawyer of BANFFO that they decided for a settlement with the landowner.The terms of an agreement might include a certain amount of money, a percentage of the land of the Hacienda and to drop all court cases against BANFFO. This decision is not final yet. If they decide for this agreement, BANFFO will stop their CARP Request.On the 27th there will be a meeting with the USEC from the DAR, the lawyerOf BANFFO and the Administration of the Hacienda, where theyDiscuss this future agreement.

PM: We will meet PM this week and discuss our future strategy on the murder case of Panggo. The prosecutor just dismissed the case due to a lack of evidence. Furthermore we want to inquirer the current status.

Geburtstag von PADATA

Am 27.09.2015 war es dann für das neue Team Mindanao endlich soweit. Wir sind für die alljährliche anstehen Geburtstagsparty ins Sitio von PADATA gefahren. Leider hatte die Feierlichkeit einen bitteren Nachgeschmack, da das PADATA-Hearing am 23.09.2015 seitens des Staatsanwalts abgesagt wurde. Grund dafür war eine Seminarreise seinerseits.

Neben dem Ziel die Organisation PADATA kennenzulernen und den ersten Kontakt mit dem neuen Mindanao-Team herzustellen, wollten wir das Treffen dazu nutzen, um das abgesagte Hearing zu thematisieren. Was hält PADATA davon? Wie wollen sie weiter vorgehen? Was erwarten sie von uns? Wie können wir die Organisation weiter unterstützen?

Weiterhin sollte die anstehende Delegationsreise im Oktober in Manila Thema sein. Bei dieser Reise geht es darum, das Thema Kriminalisierung in den Philippinen mit verschiedenen staatlichen Akteuren, unter anderem der Comission of Human Rights und der Polizei im Allgemeinen zu besprechen. Allerdings soll ein besonderer Fokus auf den Fall PADATA gesetzt werden. Aus diesem Grund werden neben Zara Alvarez und Cocoy Tulawie auch zwei PADATA-Mitglieder daran teilnehmen.

Die Anreise zum Sitio erschwerte sich wegen starkem Regenfall, sodass wir ein Stück zu Fuß gehen mussten. Wir wurden von Jessie, PADATAs Vize-Präsidentin, geführt und es wurde daraus eine dreistündige Klettertour, in der wir jedoch die Schönheit der Philippinischen Natur erleben durften.

Im Sitio wurde wir herzlichst begrüßt und im Haus von Vilma, der Präsidentin der Organisation, untergebracht. Nach einem gemeinsamen Abendessen nutzen wir die Zeit, um mit Jessie und Vilma zu reden.

Ergebnis unseres Gesprächs war, dass das abgesagte Hearing für PADATA nichts Neues sei und dies zum wiederholten Male passiert wäre. Dies sei normal in den Philippinen, wenn Menschen wenig Geld haben. Sie wünschen sich von uns, dass wir den neuen Termin zum Hearing in Erfahrung bringen und ihnen mitteilen. Weiterhin wünschen sie sich wieder, dass IPON mehr Präsenz im Sitio zeigt. Konkret heißt das für uns, dass wir jeden Monat das Sitio besuchen möchten. Jessie hält es zudem für wichtig, dass die neuen Observer_innen den Bürgermeister von Maramag kennen lernen.

Wir informierten sie über die Details der Delegationsreise und wir verblieben so, dass sie Zeit brauchen zu entscheiden, wer an dieser Reise teilnimmt. Sie freuen sich auf diese Reise und halten sie für wichtig.

Das Team Mindanao wird jetzt die nächste Zeit dazu nutzen, den neuen Termin des Hearings herauszufinden und versuchen mit Jessie einen Termin zu finden, um den Bürgermeister von Maramag zu besuchen und kennenzulernen. Bis dahin möchte PADATA eine Entscheidung treffen, wer an der Delegationsreise teilnimmt.

Commemorating Rolando Panggo – Assassinated Human Rights Defender

Today we remember the birthday of Rolando Panggo, a human rights defender, who was allegedly murdered on November 29th, 2014.

Mr. Panggo worked as a community organizer for PM (Partido Manggagawa), a labor party dedicated to support farmers in their struggle to obtain their rights regarding agrarian and labor disputes.

Rolando `Lando` Panggo was assigned to support the Hacienda Salud Farm Workers Association (HASAFAWA) in 2013. During his work there, he was harassed, threatened and several suspects   attempted to bribe him and his family. Despite these obstacles he continued his work and struggle.

At around 6:30pm on November 29, Mr. Panggo was killed by gunshot when returning from a meeting in Isabela, Negros Occidental. His cousin witnessed the assassination, but could not identify the three perpetrators as his head was pressed to the ground during the killing. However, he heard the perpetrators say „you’re a nuisance, you’re interfering even with the landholdings“. Mr. Panggo’s death leaves behind his wife and seven children.

Mr. Panggo´s assassination was motivated to stop his human rights activism and his involvement with the HASAFAWA farmers and their struggle. His case is still being processed and we hope that justice will be served and those responsible will be held accountable for their crimes.

 

Our condolences go out to the family and friends and we hope to see the work he started to be continued in the future.

Mandatsvertrag mit der KMBP in Bondoc bis Jahresende verlängert

Anfang des Jahres hat IPON die Zusammenarbeit mit seinen früheren Partnern auf Bondoc, den Menschenrechtsverteidiger_innen der Bauernorganisation KMBP, wieder aufgenommen. Anlass war der Mord an Menschenrechtsverteidigerin (MRV) Elisa Tulid im Oktober 2013 (s. hierzu: https://iponmindanao.wordpress.com/2014/03/27/menschenrechtsverteidigerin-auf-der-halbinsel-bondoc-ermordert-ipon-erneuert-zusammenarbeit-mit-fruheren-partnern/).

Damals wurde ein zeitlich und inhaltlich begrenzter Mandatsvertrag abgeschlossen, der Ende Mai diesen Jahres auslief. Da die Ermittlungen im Mordfall bisher nicht signifikant vorangekommen und die MRV vor Ort immer noch Bedrohungen ausgesetzt sind, wurde eine Mandatsverlängerung beschlossen. Am 25. Mai wurde daher der Mandatsvertrag mit der KMBP bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.

Obwohl sich die Lage im Barangay Tala durch die (inter-)nationale Aufmerksamkeit spürbar verbesserte und das Vertrauen der MRV in die lokale Polizei zunimmt, fühlen sich immer noch einige MRV bedroht und haben Angst vor Gewalt. Die erste Phase der Ermittlungen im Mordfall Tulid ist von Seiten der Staatsanwaltschaft bereits abgeschlossen worden. Der übergeordnete Landkonflikt mit der Familie A. wurde in diesen nicht berücksichtigt. Derweil hat sich in die Ermittlungen auch das National Bureau of Investigation (NBI) eingeschaltet, um die Arbeit der Polizei zu prüfen.

MRV der KMBP berichte IPON-Observern von aktuellen Bedrohungen und Konflikten

Kapitulation der FarmerInnen auf Carmenchika?

– Zweiter Teil von unserem Blogbeitrag „Der eintönige Klang von Einverständniserklärungen“

In den knapp anderthalb Monaten zwischen der Geburt und der finalen Unterzeichnung des MoAs fanden mehrere Gespräche zwischen den betroffenen BauerInnen und den kompetentesten Beratern von TFM statt. Auch lange und leidenschaftliche Diskussionen ereigneten sich regelmäßig unter den BauerInnen selbst.

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Wie im klassischen Theaterwerk “Fuenteovejuna”, vom spanischen Autor Lope de Vega, musste in diesem Fall die Antwort der FarmerInnen einstimmig erfolgen. In diesem Spiel vom XVI. Jahrhundert töten die Einwohner der Stadt Fuenteovejuna nach jahrelangem Leiden den Tyrann, der sie in einem feudalistischen Verhältnis aller Art von Ausschweifungen ausgesetzt hatte. Als die Frage vom Richter kommt, wer denn um Gotteswillen den Komtur ermordet hätte, klingen die Stimmen der Bauern im Unison: „Fuenteovejuna, Alle für einen“. Zur Hinrichtung des ehemaligen Landbesitzers, anders als in Fuenteovejuna, kam es zu unserer Freude nicht. Aber unbeachtet dessen, was die FarmerInnen von Carmenchika über seine Zukunft entscheiden würden, mussten sich die mehr als 30 Familien auf eine gemeinsame Position einigen.

TFM riet sie selbstverständlich von der Akzeptanz ab, da der jahrelange Kampf ruiniert werden würde und die Beneficiaries wurden zur weiteren Anstrengung ermuntert. Leicht zu sagen, wenn man täglich was zu essen hat. Aber für die FarmerInnen stand die Zuckerrohrernte vor der Tür und sie brauchten den Zugang zu den Feldern, um ihre Familien und sich selbst ernähren zu können. Ob dieser Zugang als Lohnarbeiter von jemandem anders erfolgen musste, das war für sie an dem Moment sekundär. Auch die im MoA-Entwurf versprochenen Pachtzahlungen bräuchten sie dringend, um Schulden zu tilgen, die sie in den letzten Jahren aufgenommen haben.

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Aus unseren Gesprächen mit Ayan Rovio, dem Farmerleader von Carmenchika, und den restlichen BauerInnen konnten wir entnehmen, dass die finanziellen Nöte zwar im Vordergrund standen aber nicht der einzige Grund waren, warum viele Familien zum Unterschreiben tendierten. Sie hätten nach so einem langen energieverzehrenden Kampf keine Kraft mehr, sich gegen die anhaltenden Repressionen der Gegenpartei durchzusetzen. Und auch keine Lust mehr auf das ständige Hin und Her mit für sie unverständlichen Gerichtsentscheidungen und Rechtsbehelfen.

Das war’s für sie, war die Botschaft, als die 37 Agrarian Reform Beneficiaries von Carmenchika am 5.August die endgültige Version von MoA mit ihren Signaturen verewigten. Ein endgültiges MoA, das punktgenaue Klauseln wie im Entwurf enthielt: die von TFM vorgeschlagenen Änderungen wurden nach Aussage von Colonel Aying in seiner Vermittlungsrolle zu spät eingereicht und konnten nicht mehr in Betracht gezogen werden. Die einzige Modifizierung, die tatsächlich in die finale Version übernommen wurde, war der von Seiten der Landbesitzer eingeführte auszuzahlende Pachtbetrag für die FarmerInnen.

Heute, drei Monate nach der Unterzeichnung des MOAs, geht es den BauerInnen sicherheitstechnisch besser. Die Lage hat sich logischerweise erheblich entspannt und sie berichten weder über aktive Sicherheitskräfte noch gewalttätige Vorkommnisse. Die “vereinbarten” Summen wurden bereits bar übergeben nicht ohne jedoch, dass die Bauern stundenlang auf den Aufseher der Hacienda, der außerdem noch der Anwalt der Landbesitzer ist, auf dem offenem Feld unter der Sonne warten mussten.

Die meisten Farmer haben wieder angefangen, für UEC/MIMI als Erntehelfer zu arbeiten. Nur manche halten ihre Würde immer noch für unantastbar und weigern sich trotz der angespannten finanziellen Situation nach all den Jahren Schikanen und Repressalien wieder Bedienstete der Pachtfirmen zu werden.

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Was Militär und Kirche als Vermittlungserfolg buchen bezeichnet die Bauerorganisation TFM als Enttäuschung und Kapitulation. Was ist es denn? Nun aus unserer Sicht selbstverständlich kein Erfolg aber auch definitiv keine Kapitulation. Es war einfach nur ein klares Beispiel von Resignation, wie viele andere die seit dem Anfang der Agrarreform auf den Philippinen bereits stattgefunden haben. In diesem Fall allerdings zusätzlich mit ein paar Teelöffeln Geldnot und Hunger verbittert. Und mit unbestätigten Gerüchten von Gewaltandrohungen, falls es nicht zu einer Unterzeichnung des MoAs gekommen wäre. Aber auch einer Prise ausgeschöpfter Hoffnungen an ein extrem ineffizientes Justizsystem, welches mit dem mangelnden Vertrauen zu den zuständigen staatlichen Akteuren glasiert wird. Und die Überzeugung, dass das aktuelle System in den Philippinen stets zu eintönigen Klängen führt.